Wie werde ich zum Fischer?


 

Das Angeln ist ein Freizeitvergnügen für Menschen, die Spaß an der Natur haben. Es kann entspannend, aber auch aufregend sein. In unserem heutigen hektischen Alltag einen Ausgleich zu finden, ist manchmal nicht einfach. Die Hobbyangelei bietet dazu die Möglichkeit und man leistet ganz nebenbei noch einen aktiven Beitrag zum Naturschutz. Zugleich nutzt er dabei schonend und bewusst die Ressourcen der Natur für eine gesunde Ernährung.

Wer zum Angeln kommt, sollte sich bewusst machen, dass  die Fischerei allein noch keinen Angler macht. Die Natur in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten regelrecht industriealisiert worden. Mit an vielen Stellen kanalisierten Flussläufen und betonierten Seeufern ist von einer heimischen Natur wenig erhalten geblieben. Die Idee, unsere Natur beherrschen zu wollen und unter anderem Hochwasser in den Griff zu bekommen, hat sich als Irrglaube heraus gestellt. Hier sind auch die Angler gefragt. Nicht nur das Anlegen geeigneter Angelplätze, sondern eine umfassende Ufer- und Gewässerpflege obliegt ihm dabei.

Wer in Deutschland der Angelfischerei nachgehen möchte, muss verschiedene gesetzliche Grundlagen beachten. Das Fischereirecht ist Landesrecht. Das bedeutet, daß es in jedem Bundesland eigene Gesetze und dementsprechend auch Durchführungsverordnungen gibt. Dafür ist bei uns in Bayern der Landesfischereiverband als Dachorganisation aller bayrischen Fischer Ansprechpartner Nummer eins. Er führt auch die  Fischereiprüfungen durch, welche zur Erlangung des Fischereischeins dienen.

Der Weg zum Fischer beginnt mit einem Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung. Unser Verein bietet derzeit keine solche Lehrgänge an. Wir empfehlen einen professionellen Anbieter und arbeiten mit der „Fischereiausbildung Thon“ eng zusammen. Bei diesem Kurs werden über einen Zeitraum von mindestens 30 Stunden Fachkenntnisse sowohl über rechtliche Grundlagen, Fisch- und Gewässerkunde als auch über Pflege und Hege der Fische, Gewässer, Fangmethoden, Geräte und vieles mehr erworben. Das ist die wesentliche Voraussetzung zur Zulassung zur Fischerprüfung. Eine frühzeitige Anmeldung zu den Kursen ist zu empfehlen. Die Kosten für einen solchen Lehrgang belaufen sich je nach Anbieter auf ca. 300€ incl. Schulungsmaterial.

Der zweite Schritt ist die Anmeldung zur Fischerprüfung. Als Voraussetzung ist zum Zeitpunkt der Anmeldung der Nachweis über die Schulung und die Vollendung des 12 Lebensjahres erforderlich.  Die genauen Fristen und Bedingungen findet ihr hier: http://www.lfvbayern.de/gesetzl-bestimmungen/ Die Anmeldung erfolgt online(https://www.stmelf.bayern.de/fpr/) oder per Vordruck, der bei der Gemeindeverwaltung ausliegt. In der Regel wird dabei ein Beitrag von derzeit 26€ fällig.

Mit bestandener Prüfung kann im Anschluss der Fischereischein beantragt werden. Nähere Infos zu den ausstellenden Ämtern und den Kosten findet ihr hier: http://www.lfvbayern.de/gesetzlbestimmungen/fischereischein/

Für alle Gewässer in Bayern ist der jeweilige Fischereiberechtigte für die Erteilung der Genehmigung zum Angeln zuständig. Der Großteil der Gewässer ist allerdings von Vereinen gepachtet. Diese erteilen dann den Fischereierlaubnisschein. Wenn man seinem Hobby regelmäßig nachgehen möchte, empfiehlt sich der Beitritt zu einem Verein. Tageskarten werden nur von wenigen Vereinen und dann auch nur für ausgewählte Gewässer ausgegeben. Diese sind dann in Angelfachgeschäften und Fremdenverkehrsbüros erhältlich.